Laut

Ein Gedicht mit dem Thema Wut und Sichtbarkeit als queere Person


Ich bin laut
Nicht weil ich will,
Weil ich muss.

Ich bin laut, weil euer Wegschauen,
Eure Indifferenz und Ignoranz,
Euer Desinteresse,
Ja, weil euer Hass mich unsichtbar macht.

Ich bin laut, weil mein Leben
Mein Ueberleben
In euren Augen - in eurer Perspektive
nicht mehr vorkommt.

Ich bin laut, als
Behinderte trans*inter queere
Asexuell-poly-liebende nicht-binaere Kampflesbe.

Ich bin laut, als
aromantisches stueck kuehler Stahl,
und euch dann doch zu empfindsam und weich.

Ich passe euch nicht.
Nicht in euer Bild,
Also malt ihr eure Welt ohne mich.

Ich bin laut, denn das tut weh
Ich bin laut, denn es tut weh
Es tut so weh ...

Und ich kann nicht mehr schweigen
Nicht mehr still sein,
Mich nicht mehr vergraben
Fuer euren Luxus
Fuer eure ach so heile Welt,
euren Komfort.

Doch ich rufe nicht um Hilfe,
Ich erwarte nichts.
Ich habe das warten, das erwarten aufgegeben.

Ich bin laut.
Denn nur so werde ich gehoert.

Schaut weg, wenn ihr wollt.
Doch ich bin laut. Ihr hoert mich.
Schrill, bunt, dissonant,
Fuer euch schmerzhaft laut.

Ihr hasst mich eh.
Also bleibe ich laut.

So lange ich lebe
bleibe ich laut.